Der
Heilungsverlauf
Hahnemann und weitere
homoöpathische Ärzte haben beobachtet , dass Heilung nach
Gesetzmässigkeiten vor sich geht. Ein guter homöopathischer
Therapeut kann darum den Heilungsverlauf optimal beurteilen. Die
sogenannte Hering-Regel umfasst drei wichtige Punkte:
1. Die Heilung
verläuft von oben nach unten. Ein Patient
mit Gelenkbeschwerden sollte also zuerst Besserung im Schulterbereich,
dann in der Hüfte und schliesslich in den Knien verspüren.
2. Von innen nach aussen. Die Heilung erfolgt vom
Zentrum zur Peripherie. Das Gemüt als „Innerstes“
bessert sich zuerst. Es folgen die Lebenswichtigen Organe wie Herz,
Niere und Lunge. Zum Schluss verschwinden auch die Gelenk- und Hautbeschwerden.
3. In umgekehrter Reihenfolge des Entstehens. Krankheiten
die erst kürzlich aufgetreten sind, werden zuerst geheilt.
Am Schluss verschwinden jene Beschwerden, die schon am längsten
bestehen.
Die Homöopathie
versucht „Unterdrückungen“ im schulmedizinischen
Sinn zu vermeiden. Was nützt es einem Ekzem-Patienten, wenn
seine Hautbeschwerden verschwunden sind, er nun aber an asthmatischen
Beschwerden oder gar Depression leidet (umkehrte Heringregel: von
aussen nach innen). Hier wird deutlich, dass die Hautprobleme des
Patienten nicht von Innen heraus geheilt wurden, sondern mit einem
äusserlichen Mittel (z.B.: Cortisonsalbe) unterdrückt
worden sind.
|